Regelmäßig kommt es vor, dass ich bei einem Kunden sitze, der seine Facebook-Seite optimiert bekommen möchte. Und dann stellt sich heraus, dass es gar keine Seite ist, sondern sein persönliches Profil. Wo liegen die Unterschiede und warum unterscheidet Facebook? Auf den ersten Blick sind sich Facebook-Seiten und Facebook-Profile sehr ähnlich, aber es gibt ein paar klare Unterschiede.

Das Facebook-Profil

Ein Profil, auch »Account« oder »Konto« genannt, gehört immer zu einer natürlichen Person. Das Profil muss den echten Namen des Inhabers tragen – zumindest theoretisch, denn in der Praxis finden sich viele, viele falsche Namen. Hier darf der Inhaber des Accounts sich mit seinen Freunden und Familienangehörigen vernetzen, er darf lustige Katzenbilder angucken und Spiele spielen. Und natürlich noch viel mehr. Auf Facebook ist er aktiv, indem er ein Statusupdate, ein Bild oder Video, einen Link oder sonst etwas, das Facebook zulässt, auf seine eigene oder einer fremden Chronik postet, indem er fremde Beiträge mit Gefällt mir markiert, sie kommentiert oder Dinge teilt. Dafür ist Facebook geschaffen worden – als Netzwerk für Privatpersonen.

Die persönlichen Kontakte, die man bei Facebook hat, heißen Freunde. Ich habe zum derzeitigen Zeitpunkt knapp 600 dieser Freunde. Das sind wirkliche Freunde, gute oder entfernte Bekannte, Familienangehörige, ehemalige Kollegen, Netzwerkpartner, Kunden, Lieferanten und und und. Facebook lässt bei einem persönlichen Profil ein Maximum von 5.000 Freunden zu. Mir persönlich ist das egal: Im wahren Leben gibt es gerade einmal eine Handvoll Leute, denen ich den Ehrentitel Freund schenke. Doch für Personen des öffentlichen Lebens, etwa Schauspieler, Musiker und Politiker, sind 5.000 Leute, die ihre Updates auf Facebook verfolgen könnten, viel zu wenig. Sofern diese Funktion aktiviert ist, kann man ein Profil auch abonnieren, das heißt, dass man öffentliche Beiträge der Person in seiner Chronik sieht. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hat aktuell fast 30 Millionen Abonnenten seines Profils. Die Anzahl seiner Freunde hingegen wird aufgrund seiner Privatsphäre-Einstellungen nicht gezeigt.

Die Facebook-Seite

Wer Facebook gewerblich nutzen will, muss dafür eine Facebook-Seite erstellen. Es ist nicht gestattet, das Profil kommerziell einzusetzen. Dies steht sogar explizit in den Nutzungsbedingungen von Facebook:

4.4 Du wirst deine persönliche Chronik nicht hauptsächlich für deinen eigenen kommerziellen Profit verwenden und wirst eine Facebook-Seite für solche Zwecke nutzen.

Die Facebook-Seiten oder Fanpages haben entsprechend auch keine Freunde, sondern Fans. Ein Limit bei der Anzahl der Fans gibt es nicht. So hat die Fanpage des Unternehmens Facebook 149 Millionen Fans, US-Präsident Barack Obama besitzt derzeit 40 Millionen Fans, der FC Bayern hat immerhin 16 Millionen.

Eine Seite darf – im Gegensatz zu einem Profil – von mehreren Personen verwaltet werden. Es sind sogar unterschiedliche administrative Rollen vorgesehen, die mit verschiedenen Rechten versehen sind. Administratoren haben auch Zugang zu den Statistiken der Seite, die Facebook Insights heißen und die sehr detailliert das Nutzerverhalten widerspiegeln. Mit diesen Statistiken lässt sich die eigene Seite optimieren. Gleichzeitig werden Administratoren unter jedem einzelnen Beitrag der Seite neben der Anzahl der Likes, Kommentare und Shares ein weiterer Wert angezeigt, nämlich die Zahl derjenigen Personen, die diesen Beitrag in ihrer eigenen Chronik gesehen haben können (Reichweite). Außerdem besteht die Möglichkeit, für die Seite und sogar für einzelne Beiträge zu werben, also die Reichweite gegen Bezahlung zu erhöhen und so die Zielgruppe sehr treffsicher zu erreichen.

Wenn Sie wissen möchten, wie man eine Facebook-Seite erstellen kann, dann folgen Sie dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Facebook schließt gelegentlich irregulär gewerblich genutzte Profile völlig ohne Vorwarnung. Allerdings hat Facebook auch gemerkt, dass der Unterschied für viele offenbar nicht deutlich genug ist. Deshalb bietet das Unternehmen auch ein Tool an, um ein fälschlicherweise angelegtes Profil in eine korrekte Seite umzuwandeln. Wer weniger als 100 Fans hat, kann seine Seite sogar noch einmal umbenennen. Allerdings gehen im Zuge der Umwandlung wohl sämtliche Beiträge des Profils verloren. (Leser Chris wies in den Kommentaren darauf hin, dass bei seiner Umwandlung keine Beiträge verloren gegangen seien.)

Foto: Kris Krug, CC BY-SA 2.0